Ohne Schulabschluss


Die Schätzung des Bundesinstituts für Berufsbildung lag bei etwa 45000 Schülern, welche die ohne Schulabschluss ins Berufsleben einsteigen müssen. Doch geht es das überhaupt, ohne Schulabschluss einen Ausbildungsplatz zu finden? Die Aussichten für betroffene Jugendliche, die eine Lehrstelle ohne Schulabschluss suchen, ist jedoch nicht ganz so düster. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie sich diese Jugendlichen weiter qualifizieren können.

Wege zur Ausbildung ohne Schulabschluss

Mit dem Berufsvorbereitungsjahr, kurz das BVJ, steht jungen Menschen ohne Schulabschluss die Möglichkeit offen, eine Vollzeitausbildung an berufsvorbereitenden Schulen zu absolvieren. Die Dauer dieser Schule beträgt ein Jahr. Am Ende dieser Schule kann sogar der Hauptschulabschluss nachgeholt werden, wenn eine entsprechende Zusatzprüfung abgelegt wird. Die geprüften Fächer, die in dieser Zusatzprüfung getestet werden, wird durch die Prüfungsordnung der Bundesländer bestimmt. Die Teilnehmer ohne Schulabschluss, die ein Berufsvorbereitungsjahr absolvieren, lernen verschiedene Berufsfelder kennen. Zudem kommt der praktische Aspekt in Form eines Praktikums. Eine weitere Möglichkeit den Hautschulabschluss doch noch zu erwerben, steht Jugendlichen ohne Schulabschluss bei der Berufsvorbereitenden Bildungsmassnahme offen, kurz das BvB. Dies bietet sich vor allem dann an, wenn die Schulabgänger bis zum nächsten Ausbildungsjahr warten wollen. Bei dieser Massnahme werden junge Menschen ohne Schulabschluss auf die Berufswahl vorbereitet, wobei theoretisches Wissen vertieft wird und ihre Eignung getestet wird für verschiedene Berufe. Für Schulabgänger ohne Schulabschluss, die aber schon wissen, welchen Beruf sie ausüben wollen, gibt es die Möglichkeit an Berufsfachschulen eine einjährige Ausbildung zu machen. Das Gute dabei ist, dass mit bestandener Abschlussprüfung der Berufsfachschule auch der Hauptschulabschluss zuerkannt wird. Bundesland abhängig fallen jedoch die Aufnahmebedingungen unterschiedlich aus für Jugendliche ohne Schulabschluss. Klar sein muss in jedem Fall, dass die Berufsfachschulen nur Wissen zu einem bestimmten Berufsfeld vermitteln. Berufsübergreifendes Wissen ist nicht Bestandteil dieser schulischen Weiterbildung. Eine letzte Möglichkeit für Schulabgänger ohne Schulabschluss, diesen nachzuholen, ist die sogenannte Externenprüfung. Auch hier legt jedes Bundesland die Zulassungsbestimmungen selbst fest. Das Oberschulamt, beziehungsweise die staatlichen Schulämter sind jeweils für die diese Prüfungen verantwortlich. Vorbereiten auf diese Prüfung können sich Jugendliche ohne Schulabschluss an Einrichtungen für Erwachsenenbildung, wie etwas der Volkshochschule. Absolviert der Teilnehmer gleichzeitig ein Praktikum, findet der Unterricht entweder abends statt oder dann tagsüber. Wichtig zu wissen ist auch, dass Schulabgänger ohne Schulabschluss, die trotzdem eine Lehrstelle gefunden haben und die duale Ausbildung absolvieren, ihren Hauptschulabschluss automatisch erwerben, wenn die Berufsschule mit Erfolg beendet wurde.


Chancen für ein Arbeitsleben ohne Schulabschluss

Ohne Schulabschluss keine Arbeit, das erzählen zumindest Lehrer und Eltern ihren Zöglingen. Doch stimmt das auch oder gibt es nicht doch Wege in ein Arbeitsleben mit Zukunft? Richtig ist, dass es sogar mit einem Hauptschulabschluss schwierig ist, eine Lehrstelle zu finden. Wie kommt man also ohne Schulabschluss zu einer Ausbildung? Eine interessante und praxisnahe Möglichkeit für junge Menschen ohne Schulabschluss ist das Einstiegsqualifizierungsjahr, kurz auch EQ genannt. Daran Teilnehmen können Jugendliche die noch unter 25 Jahre alt sind. Die Dauer ist sechs bis maximal zwölf Monate. Die EQ stellt ein Langzeitpraktikum dar in einem Ausbildungsberuf. Dabei lernen die Teilnehmer die Tätigkeiten des Berufs kennen und besuchen begleitend die Berufsschule in der spezifischen Fachklasse. Das EQ ist dabei gut zu vergleichen mit dem ersten Lehrjahr einer Ausbildung. Wie ein Auszubildender führen auch die Jugendlichen ohne Schulabschluss dieselben Tätigkeiten aus und besuchen die gleichen Fachklassen. Deshalb kann diese Zeit möglicherweise auf die Ausbildungszeit angerechnet werden, wenn das EQ mit Erfolg beendet wurde und der Betrieb den Teilnehmer übernimmt. Der Unterschied zu einer normalen Ausbildung liegt z. B. darin, dass die Agentur für Arbeit eine Ausbildungsvergütung an das Unternehmen bezahlt. Von diesem Anreiz profitieren also sowohl der Schulabgänger ohne Schulabschluss als auch der Betrieb. Eine weitere Hilfe nach der Suche nach einer Ausbildung bildet die Jugendberufshilfe. Jugendliche ohne Schulabschluss werden dabei von einer Jugendberufsberaterin regelmässig unterstützt einen Ausbildungsplatz zu finden.

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